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Höhere Bundeslehranstalt für wirtschaftliche Berufe Hartberg

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Austria

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Lebensmittel retten

Im Rahmen eines Projekts zur Bewusstseinsbildung rund um Lebensmittelverschwendung wurde ein umfassender Workshop durchgeführt, der sich mit dem verantwortungsvollen Umgang mit Lebensmitteln und den dafür eingesetzten Ressourcen beschäftigte. Ziel war es, den Schüler:innen die Dimensionen von Lebensmittelabfällen näherzubringen und gleichzeitig konkrete Handlungsmöglichkeiten aufzuzeigen.
Durchgeführt wurde das Projekt von Kollegin Denise Kranycan, die sich ehrenamtlich beim Verein Foodsharing engagiert. Sie brachte Lebensmittel mit, die an einem einzigen Tag in einem Lebensmittelbetrieb im Müll gelandet wären. Die schiere Menge wirkte auf zahlreiche Schüler:innen schockierend und machte die Problematik greifbar.
Eine Umfrage wurde durchgeführt, bei der die Teilnehmer:innen einschätzen sollten, in welchem Bereich die meisten Lebensmittelabfälle entstehen: Industrie, Gastronomie, Handel, privater Haushalt oder Landwirtschaft. Die Mehrheit vermutete fälschlicherweise den Handel als Hauptverursacher. Tatsächlich entfallen jedoch rund 40 % der Lebensmittelabfälle auf private Haushalte, ein Ergebnis, das viele überraschte und zum Nachdenken anregte.
Gemeinsam wurden Ideen gesammelt, wie gerettete Lebensmittel sinnvoll weiterverwendet werden können. Dabei standen kreative Ansätze im Vordergrund, etwa das Kochen neuer Gerichte oder das Haltbarmachen durch Konservierung.
Ein praktischer Teil des Workshops beinhaltete die sensorische Prüfung von Lebensmitteln. Säfte wurden anhand von Sehen, Riechen und Schmecken beurteilt, um festzustellen, ob sie noch genießbar sind. Auch Gebäck wurde aufgeschnitten und zur Verkostung an die Teilnehmenden verteilt. Am Ende des Tages wurden alle geretteten Lebensmittel fair unter den Schüler:innen und Lehrpersonen aufgeteilt. Ziel war es, sicherzustellen, dass die Produkte zeitnah verbraucht werden und nicht im Müll landen.
Zusätzlich wurden wichtige Fakten zur Lebensmittelverschwendung vermittelt, Unterlagen dazu stellte der Kooperationspartner Landschaftleben zur Verfügung.
In Österreich fallen jährlich rund eine Million Tonnen Lebensmittelabfälle an. Würde man diese Menge auf Lkws verladen, ergäbe sich ein Stau von Wien bis Mailand. Allein 161.900 Tonnen davon entfallen auf Brot und Gebäck. Pro Person entspricht das etwa 137 Kilogramm Lebensmittelabfall pro Jahr, wobei der Großteil in privaten Haushalten entsteht.
Die Reduktion von Lebensmittelverschwendung ist zudem ein erklärtes Ziel der Vereinten Nationen. Österreich hat sich verpflichtet, bis zum Jahr 2030 die vermeidbaren Lebensmittelabfälle um 50 % zu reduzieren. Um dieses Ziel zu erreichen, arbeiten viele Supermärkte bereits mit sozialen Organisationen sowie Initiativen wie Foodsharing zusammen.
Der Workshop zeigte eindrucksvoll, wie wichtig Aufklärung und praktische Erfahrung sind, um ein nachhaltigeres Verhalten im Umgang mit Lebensmitteln zu fördern.

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